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Muss der Fahrer nicht mehr stundenlang nach einem Parkplatz suchen, wird Mobilität zum Genuss: Unter dieser Prämisse entwickeln immer mehr Hersteller Systeme, mit denen autonomes Parken zum Alltag werden soll. Selbstfahrende Autos und die neue Elektromobilität verändern damit nicht nur die Fortbewegung. Sie verändern auch das Parkhaus und seine Bedeutung im urbanen Raum.

Wie funktioniert autonomes Parken?

Grundsätzlich ist autonomes Parken die konsequente Weiterentwicklung der Sensoren, Kameras, Automatismen und Signale, die den Fahrer bereits heute beim sicheren und bequemen Einparken unterstützen.

Die Technik ist bereits so weit, dass das Fahrzeug die letzten Züge des Einparkens selbsttägig vornehmen kann – der Fahrer ist nur noch die kontrollierende Instanz. Wahrhafte Autonomie ist allerdings erst erreicht, wenn das Auto nicht nur am Ende alles selbst macht – sondern auch den Weg zur Parklücke allein erreicht.

Autonomes Parken bezieht sich also nicht mehr nur auf den unmittelbaren Parkvorgang in der Lücke, sondern auf den gesamten Ablauf – vom Finden der Lücke über das Ansteuern der Lücke aus großer Entfernung bis zum passgenauen Einparken. Der Fahrer muss dafür nicht im Auto sitzen, sondern kann den Vorgang extern über eine App starten – und schon längst seiner Wege gehen, während das Fahrzeug noch fährt.

Die selbstfahrenden Autos finden ihren Weg im Parkhaus von der Übergabe- bzw. Ausstiegszone zum Parkplatz und werden von Kameras, Sensoren und Signalen in der Parkumgebung gelenkt. Soll das Fahrzeug bereitgestellt werden, wird das Ausparken und Zurückfahren zur Übergabezone ebenfalls wieder per App aktiviert und der Vorgang quasi in umgekehrter Reihenfolge durchlaufen.

Das Parkhaus behält also seine ursprüngliche Funktionalität, doch ändern sich die Umgebungsfaktoren beim autonomen Parken enorm. Die Digitalisierung spielt dabei natürlich eine herausgehobene Rolle. So wandern etwa auch Bezahlmodalitäten oder Buchungsvorgänge für einen Parkplatz in die App. Gleichzeitig verschiebt sich die Aufenthaltsqualität und die Ausrichtung der Parkhäuser, denn die zeitraubende und aufwendige Parkplatzsuche als einer der zentralen Verhaltensmuster im Parkhaus entfällt.

Das verändert nicht nur das Platzangebot und die Strecken auf den einzelnen Ebenen, es liefert auch Möglichkeiten, bisher für die Raumüberwindung und Bezahlvorgänge reservierten Flächen umzuwidmen. Damit entsteht ein Parkhaus der Zukunft, in welchem dem Parken aus menschlicher Sicht nur die zweite Geige zukommt.

Welche Herausforderungen liefert autonomes Parken?

Autonomes Parken stellt grundsätzlich dieselben Anforderungen, die die Entwickler auch beim autonomen Fahren beschäftigen. Einerseits geht es um die Frage, wie selbstfahrende Fahrzeuge im Verkehr miteinander interagieren, sodass die Sicherheit gewährleistet ist – nicht nur der Fahrer und Fahrzeuge, sondern auch anderer Verkehrsteilnehmer.

Andererseits müssen Parkhausbetreiber Systeme für die Steuerung entwickeln, die das Buchen, Bezahlen und Parken per App möglichst bequem, sicher und intuitiv gestalten. Dabei darf jedoch nicht die Abgrenzbarkeit zu anderen Anbietern verloren gehen – schließlich agiert das Parkhaus der Zukunft in der autonomen Mobilität in einem völlig neuen Wettbewerb.

Hier stellen sich ähnliche Anforderungen wie beim Carsharing. Der proprietäre Netzwerkgedanke mit eigenen Apps und Communitys muss dennoch stets auf einem ähnlichen System beruhen, das es intuitiv ermöglicht, einen neuen Anbieter zu nutzen.

Anders als bei Sharing-Angeboten werden Parkhäuser allerdings in der Wahrnehmung bisher kaum mit bestimmten Betreibern gleichgesetzt. Die Sichtbarkeit der Branche und ihre Imagebildung wird sich also im Zusammenhang mit dem autonomen Parken und Fahren wandeln müssen.

Automatisiertes Fahren und die Elektromobilität gehen Hand in Hand, sodass im Parkhaus der Zukunft auch Schnittstellen geschaffen werden müssen, wie selbsttätig fahrende Autos bei Bedarf an Ladestationen andocken können. Dies stellt große Herausforderungen an die Verbindungsqualität, bei der nicht zuletzt das Wireless Charging im Großformat weiterentwickelt werden könnte – auch auf Seite der Autobauer.

 

Auch Roboterlösungen sind im Gespräch und werden erprobt. Der Mensch als Helfer in der Lücke hat jedoch direkt mit dem Parken nichts mehr zu tun. Schließlich ist Autonomie nur dann erreicht, wenn der menschliche Handlungsbedarf auf ein Minimum reduziert wird.

Schon in wenigen Jahren soll es nach dem Willen der Autobauer erste serienmäßige Systeme zum autonomen Parken geben. Der größte deutsche Autohersteller hat dafür bereits ein Forschungsparkhaus am Hamburger Flughafen eingerichtet, in dem die Infrastruktur, Logistik und Sicherheit getestet werden.

Gerade in dieser Forschungsumgebung zeigt sich, dass eine der großen Fragen beim autonomen Parken der Umgang mit Stoßzeiten ist. Wollen viele Menschen ihr Fahrzeug gleichzeitig abliefern oder abholen, entstehen bisher dieselben Probleme wie im klassischen Parkhaus: Fahrwege sind überfrequentiert, an Aus- und Einfahrten bilden sich lange Schlangen.

Zudem wird das autonome Parken die herkömmliche Parkplatzsuche nicht auf einem Schlag ersetzen. Für einen längeren Zeitraum werden beide Versionen koexistieren und die Frage lautet demnach, wie das Nebeneinander von maschinellem und menschlichem Verhalten geregelt werden kann.

Hier ist es zunächst opportun, Flächen für das autonome Parken vom herkömmlichen Betrieb abzugrenzen. Das wiederum zieht jedoch Umbauten auf den Ebenen, bei den Einfahrten sowie klar geführte Fahrwege nach sich – sonst werden sich autonome und manuell betriebene Fahrzeuge definitiv ins Gehege kommen.

Das autonome Parkhaus der Zukunft und die Möglichkeiten im urbanen Verkehr

Die Parkplatzsuche ist nicht nur mit einem hohen Zeitaufwand verbunden, sie hat auch einen großen Einfluss auf den Verkehr. Gerade in eng besiedelten Bereichen verstopfen Fahrer auf der Suche nach einem Parkplatz mit ihrem spezifischen Fahrverhalten die Straßen und behindern das reibungslose Fortkommen.

Diese Knoten gäbe es mit dem autonomen Parkhaus nicht mehr, da jedes Auto nicht nur selbst auf einen festgelegten Parkplatz zusteuert, sondern gleichzeitig auch im Verhältnis zu anderen Fahrzeugen einen gleichmäßigen Verkehrsfluss ermöglicht.

Ohne den Stress und Druck der Parkplatzsuche ist der Fahrer bzw. Passagier zudem offener für Serviceangebote, die das Parkhaus als Mobility Hub so attraktiv machen. Positionieren sich Händler oder Dienstleister mit auf die Umgebung abgestimmten Angeboten, werden sie vom Autobesitzer wahrscheinlicher genutzt – entweder, während er darauf wartet, sein Fahrzeug an der Übergabezone entgegen zu nehmen, oder als direkter Anreiz, nachdem er sein Auto sicher in die Obhut des Parkhaussystems gegeben hat.

So oder so agiert der Fahrer als Konsument und Zielgruppe dank autonomer Systeme wesentlich aufnahmebereiter, als wenn er nach mühseliger Suche endlich selbst einen Parkplatz gefunden hat. Dies eröffnet mannigfaltige Chancen für eine direkte Integration des Parkhauses in verschiedene Erlebnis- und Arbeitswelten – nicht nur in der Innenstadt.

Bisher ist das Parkhaus ein klar abgrenzte Appendix zu anderen Gebäuden mit reiner Funktionsausrichtung. Mit der Automatisierung verwischen die Grenzen zwischen Funktion und Erlebnis, zwischen Transit und Aufenthaltsqualität.

Das wertet nicht nur das Parkhaus an sich auf, es wertet auch den unmittelbaren Raum um das Parkhaus auf. Dieses Argument wird zukünftig für Investoren besonders ansprechend sein und auch die Einstellung der städtischen Verwaltung zur Ausweisung neuen Baugrunds ändern.

Die Automatisierung macht Parkhaus und Fahrzeug zum Servicepunkt

Autonomes Parken ist zwar keine exklusive Entwicklung für das Parkhaus. Doch die besonderen infrastrukturellen Vorteile eines festen Gebäudes bieten weitreichende Möglichkeiten, wie die Automatisierung auch abseits des Fahrzeugabstellens eingesetzt werden kann – in weitaus größerem Maße als auf der freien Fläche.

Ein Auto, das per App geöffnet, geschlossen und aktiviert werden kann, ist bestens dafür geeignet, ein Liefer- und Servicepunkt für vertrauensvolle Dienstleistungen zu sein. So ist es zum Beispiel denkbar, dass Lebensmittellieferanten die im Onlineshop gekauften Waren zu einem festgelegten Zeitpunkt im Kofferraum abstellen können – der Autobesitzer erteilt ferngesteuert die Freigabe. Was für Obst und Gemüse gilt, gilt natürlich auch für alle anderen Waren des täglichen Bedarfs.

Wie bereits in einigen Pilotprojekten getestet, würde dies auch für Pakete funktionieren, wodurch jedes Fahrzeug zur individuellen Packstation werden kann. Das Parkhaus bietet dabei die nötigen Strukturen zur Sicherheit und Überwachung – ohne die dieses Liefermodell nur schwer zu etablieren sein wird.

Außerdem wäre das autonome Parkhaus ideal dazu geeignet, ein Fahrzeug nicht nur abzustellen, sondern es während der Abwesenheit des Fahrers auch durch die Waschstraße zu schicken oder eine digital unterstützte Wartungsleistung anzubieten.

Jeder Service rund um den Wagen, für den es den Fahrer theoretisch nicht braucht, kann Teil der automatisierten Erlebniswelt Parkhaus werden. Wird dieser Gedanke konsequent zu Ende gedacht und entsprechend sicher entwickelt, mausert sich die Parkhaus-App zu einem allumfassenden Steuerungsgerät, mit dem der Nutzer seinen Tag vom typischen Ballast des urbanen Lebens befreien kann.

Wie viel Zukunft ist schon Gegenwart?

Mit dem Forschungsparkhaus und einem Zeithorizont von wenigen Jahren ist das autonome Fahren und die Zukunft der Digitalisierung im Grunde schon längst Gegenwart. Denn nun wird an der Praxis gearbeitet – die Grundlagen sind bereits Alltag.

Das Parkhaus als idealer Mobility Hub für autonomes Parken und den neuen Servicegedanken im urbanen Verkehr muss ebenfalls nicht neu erfunden werden. Schließlich ist es mit seinen infrastrukturellen, standortbezogenen und ablauforientierten Faktoren genau die Umgebung, in der das autonome Parken zur Serienreife geführt wird.

 

Die große Aufgabe lautet nun, die Entwicklungsarbeit nicht nur den Autobauern zu überlassen, sondern als Parkhausbetreiber und -gestalter Hand in Hand mit den wichtigsten Köpfen in der Mobilität, Digitalisierung und Automatisierung zu arbeiten.

HUBER nimmt diese Aufgabe ernst und rüstet sich mit jedem neuen Projekt für die Herausforderungen der automatisierten Zukunft. Finden Sie heraus, wie wir diese Entwicklung vorantreiben und parken Sie mit HUBER ein.

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